Bio-Teegarten Nagri Farm in Darjeeling
Steile Hänge, hohe Schattenbäume und über 140 Jahre Teegeschichte: In Nagri Farm im Darjeeling-Hochland wächst unser Bio Grüner Tee. Tobias und ich waren im November 2024 selbst dort und haben vom Pflücken bis zur Verkostung jeden Schritt gesehen.
Kurz gesagt: Nagri Farm ist ein Teegarten im Rungbong-Tal im Südwesten von Darjeeling, zwischen etwa 800 und 2.000 Metern Höhe. Er begann 1857 als Milchviehfarm, ist seit 1883 ein Teegarten und seit 2004 vollständig bio-zertifiziert. Von hier kommt unser Bio Grüner Tee im Blattgrad FTGFOP1.
Steckbrief Nagri Farm
Wie sieht es in Nagri Farm aus?
Steil. Die Teebüsche ziehen sich in dichten, runden Reihen die Hänge hinunter, dazwischen stehen hohe Schattenbäume. Durch ihre Kronen fällt gerade so viel Licht, dass die Blätter langsam wachsen und nicht verbrennen. Im Hintergrund reihen sich die bewaldeten Bergrücken des Rungbong-Tals.
Als wir im November da waren, wurde noch gepflückt. Die Pflückerinnen arbeiten sich zwischen den Büschen hindurch und nehmen nur die obersten Triebe: zwei Blätter und eine Knospe. Wer so einen Trieb einmal in der Hand hatte, versteht, warum für ein Kilo fertigen Tee so viele Handgriffe nötig sind.
Wie wird in Nagri Farm grüner Tee gemacht?
In der Fabrik haben wir jeden Schritt gesehen. Für grünen Tee sind es im Kern drei.
Pflücken
Nur die obersten Triebe: zwei Blätter und eine Knospe, von Hand gepflückt.
Welken
Das frische Blatt liegt locker in langen Welktrögen und verliert Feuchtigkeit, bis es weich und biegsam ist.
Rösten
In rotierenden Röstrommeln stoppt Hitze die Oxidation, bevor sie beginnt. Deshalb bleibt das Blatt grün.
Genau deshalb wird die Tasse später hell und blumig. Beim schwarzen Tee würde man das Blatt nach dem Welken rollen und oxidieren lassen.
Was uns aufgefallen ist: Alle an den Maschinen tragen Haarnetze, und an der Wand hängt der Hygieneplan des HACCP-Teams. Das sieht man nicht in jeder Teefabrik.
„Mir gefällt diese Geschichte, weil sie zeigt, wie viel Zeit in so einem Garten steckt. Seit über 140 Jahren wird an diesen Hängen Tee gepflückt.“Marta Charemska
Warum heißt ein Teegarten „Farm“?
Weil er als Bauernhof angefangen hat. Der Brite Greenhill gründete hier eine Milchviehfarm, erst später wurde das Land ganz auf Tee umgestellt. Der Name blieb. Einheimische nennen den Garten bis heute auch Makerjung.
- 1857Gründung als Milchviehfarm
- 1883Umstellung auf Tee, der Name „Farm“ bleibt
- 2001Übernahme durch die Chamong-Gruppe
- 2004Vollständig bio-zertifiziert
- 2024Unser Besuch im November
Wo liegt Nagri Farm?
Nagri Farm liegt im Rungbong-Tal, einem Seitental im Südwesten des Distrikts Darjeeling. Die Nachbargärten sind Dhajea und Balasun im Osten, Thurbo und Gopaldhara im Westen, Avongrove im Norden und Sourenee im Süden. Der nächste größere Ort ist Mirik mit seinem See.
Die Höhe reicht von etwa 800 bis 2.000 Metern. In den oberen Lagen wachsen die Büsche langsamer, weil die Nächte kühl sind und oft Nebel im Tal hängt. Das gibt dem grünen Tee aus Nagri Farm seine helle, blumige Art statt der grasigen Note vieler Tieflandtees.
Wie arbeitet Nagri Farm biologisch?
Als die Chamong-Gruppe den Garten 2001 übernahm, stellte sie ihn als eine ihrer ersten Maßnahmen auf biologischen Anbau um. Seit 2004 ist Nagri Farm vollständig bio-zertifiziert. Das heißt: keine synthetischen Pflanzenschutzmittel und kein Kunstdünger auf den Teeflächen.
Die Chamong-Gruppe gilt als größter Erzeuger von Bio-Tee aus Darjeeling und Assam und bewirtschaftet 13 Gärten in Darjeeling und 4 in Assam. Unser Bio-Zertifikat für die aktuelle Saison kannst du hier einsehen: Bio-Zertifikat 2026.
Wie war die Verkostung in Nagri Farm?
Zum Abschluss saßen wir im Verkostungsraum des Gartens. Empfangen wurden wir mit weißen Schals, wie es in der Region für Gäste üblich ist. Auf dem Tresen standen die Tassen in einer Reihe, von hellgelben grünen Tees bis zu den dunklen Schwarztees, daneben jeweils das trockene Blatt.
So eine Reihe zeigt in wenigen Minuten, was man sonst nur beschreiben kann: wie unterschiedlich dasselbe Blatt schmeckt, je nachdem, ob es geröstet oder oxidiert wurde.
Was verbindet uns mit Nagri Farm?
Der Besuch. Wir kaufen unseren grünen Darjeeling nicht anonym ein, sondern haben gesehen, wo er wächst und wie er verarbeitet wird. Nagri Farm gehört zur selben Gruppe wie Tonganagaon in Assam, einer der wenigen bio-zertifizierten Gärten dort, den wir auf derselben Reise besucht haben. Auch den Teemacher unserer Ostfriesischen Mischung haben wir dabei persönlich getroffen.
Diese Verbindungen sind der Grund, warum wir jeden Jahrgang direkt aus Nagri Farm beziehen: Wir kennen die Menschen, die dort die Qualität verantworten.
Welche Tees kommen von Nagri Farm zu uns?
Von Nagri Farm führen wir ausschließlich grünen Tee, im Blattgrad FTGFOP1 mit ganzen Blättern und feinen Spitzen.
Bio Darjeeling Grüner Tee 2025
Helle, klare Tasse, frisch und blumig. Der milde Einstieg.
Zum Tee 2025Bio Darjeeling Grüner Tee 2024
Goldgelbe Tasse, fruchtig und spritzig. Etwas mehr Lebendigkeit.
Zum Tee 2024Wie schmeckt grüner Tee aus Nagri Farm?
Die Tasse ist hell und klar, der Duft erinnert an frische Blüten. Am Gaumen ist er mild, mit einer leichten Fruchtnote und kaum Herbe, solange das Wasser nicht zu heiß ist. Bis zu drei Aufgüsse sind möglich.
Häufige Fragen zu Nagri Farm
Wo liegt der Teegarten Nagri Farm?
Nagri Farm liegt im Rungbong-Tal im Südwesten des Distrikts Darjeeling in Westbengalen, Indien. Der nächste größere Ort ist Mirik. Die Teeflächen reichen von etwa 800 bis 2.000 Meter Höhe.
Seit wann ist Nagri Farm bio-zertifiziert?
Nagri Farm ist seit 2004 vollständig bio-zertifiziert. Die Umstellung begann, nachdem die Chamong-Gruppe den Garten 2001 übernommen hatte. Chamong gilt als größter Bio-Teeerzeuger in Darjeeling und Assam.
Wie wird grüner Tee in Nagri Farm verarbeitet?
Das frische Blatt welkt zuerst in langen Trögen und kommt dann in rotierende Röstrommeln. Die Hitze stoppt die Oxidation, deshalb bleibt der Tee grün. Wir haben diese Schritte bei unserem Besuch im November 2024 selbst gesehen.
Warum heißt Nagri Farm „Farm“?
Der Garten wurde 1857 als Milchviehfarm gegründet und erst 1883 zum Teegarten umgebaut. Der ursprüngliche Name blieb erhalten. Einheimische nennen ihn auch Makerjung.